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AUSSTELLUNGEN

 2026

TU Delft
Faculty of Architecture and the Built Environment

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Curators:
Jurjen Zeinstra; Dick van Gameren; Ralf Bock

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8 Sep. - 16 Oct., 2026

In den 1920er-Jahren entstanden zwei bedeutende architektonische Entwurfstheorien. Die eine wurde weltberühmt. Die andere geriet beinahe in Vergessenheit.

 

Als Le Corbusier 1927 seine Fünf Punkte zu einer neuen Architektur veröffentlichte, formulierte er ein Manifest, das Generationen von Architektinnen und Architekten nachhaltig beeinflusste. Adolf Loos hingegen veröffentlichte niemals die Prinzipien, die seinem wichtigsten Entwurfskonzept zugrunde lagen. Erst sein engster Mitarbeiter Heinrich Kulka prägte 1931 den Begriff „Raumplan“. Und obwohl der Raumplan zu den bedeutendsten räumlichen Innovationen der Moderne zählt, wurden seine zugrunde liegenden Prinzipien nie systematisch formuliert. Loos vermittelte sie ausschließlich durch den Unterricht in seiner privaten Bauschule und durch die tägliche Praxis seines Architekturbüros.  Erst durch die wissenschaftliche Aufarbeitung von Ralf Bock, der die Briefe von Kulka an Gustav Schleicher analysierte, konnte die Rekonstruktion der „Gebote des Raumplans“ erfolgen. 

 

Die Bedeutung der Rekonstruktion dieser „Gebote“ liegt nicht allein in der Wiederentdeckung eines historischen Dokuments. Die grundlegendere Frage lautet vielmehr, warum ein vor beinahe hundert Jahren entwickeltes Entwurfskonzept heute plötzlich wieder von bemerkenswerter Aktualität erscheint.

 

Die Architektur befindet sich heute in einem tiefgreifenden Wandel. Die zentrale Herausforderung besteht nicht länger allein darin, neue Gebäude zu errichten, sondern in der Anpassung und Transformation der bestehenden gebauten Umwelt. Ressourcen werden zunehmend begrenzt, und bestehende Gebäude müssen neue Nutzungen aufnehmen. Gleichzeitig erkennt der Architektenberuf allmählich wieder, dass technische, funktionale und ökologische Anforderungen allein keine gute Architektur hervorbringen. Sie sind notwendig. Aber sie sind nicht ausreichend. Genau an diesem Punkt eröffnet der Raumplan eine überraschend zeitgemäße Perspektive.

 

Loos und Kulka entwickelten den Raumplan niemals ausschließlich für Neubauten. Sie betrachteten die Transformation und Erweiterung bestehender Gebäude von Anfang an als gleichwertige architektonische Aufgaben. Bestehende Strukturen wurden nie als Hindernisse verstanden, sondern als Ausgangspunkt für neue räumliche Möglichkeiten. In der Auseinandersetzung mit der vorhandenen Bausubstanz entwickelten Loos und Kulka eine architektonische Haltung, die Transformation nicht als Kompromiss, sondern als schöpferische Möglichkeit verstand. In diesem Sinne war der Raumplan von Beginn an ebenso eine Theorie des Bauens im Bestand wie des Schaffens von Neuem.

 2025

ARCHITEKTURBIENNALE 2025 

OUT OF ORDER – BETTER TOGETHER

Wenn Sie den Pavillon betreten, sehen Sie auf der linken Seite ein Fast-Food-Restaurant, das eine schnelle Lösung vorschlägt. Einfach bestellen, bezahlen, die vorgefertigte, verpackte Portion und die gekühlte Einwegflasche öffnen – dann schnell den Bedarf decken.   

 

Auf der Anzeigetafel, auf der normalerweise die fertigen Bestelloptionen angezeigt werden, prangert der Schriftzug jedoch in großen Leuchtbuchstaben an: OUT OF ORDER.

 

Wenn Sie auf die andere Seite schauen, sehen Sie durch die Bögen ein wunderschönes Ambiente, der Boden lädt zum Picknicken und gemeinsamen Sitzen ein. Durch Eigeninitiative entstehen Begegnungen. Essen und Trinken wird durch den Austausch wieder zu einem Teil unseres sozialen Erlebens und zu einem kulturellen Erlebnis.   

 

Sie können Ihren Raum selbst gestalten, indem Sie Geschirr, Besteck, serviertes Material sowie Tischdecken und Tischdekoration auswählen. Der Raum bietet Möglichkeiten zum Einleben und zum Kennenlernen in einem Akt der Kommunikation und Öffnung.

6. Okt. – 31.Dez 2021

“LIVEABLE PLACES“

Rauminstallation in der Sammlung Burghardt mit Fotografien von Elias Grüner
(Teppiche: Leihgabe von Farhad Rahimi)

Als jahrzehntelang international tätiger Architekt ist er nun in seinem eigenen Büro „Bauwerkstadt Ralf Bock“ in Wien tätig. Sein Schaffen ist geprägt von ganzheitlichem Denken und Handeln von der genauen Analyse der Umgebung.
In seiner kuratierten Rauminstallation “livable places” lotet Bock den Innenraum der Sammlung Burghardt aus. Er kreiert einen Raum im Raum , der gleichzeitig offen und geschlossen wirkt je nach Position im Raum, gleich einer `Raumschale`, in die man von verschiedenen Seiten ein- und austreten kann.

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Die Wände von Bocks Rauminstallation bestehen aus traditionellen, handgenüpften Wollteppichen aus dem Iran und Afghanistan. Sie können ihre ganze Schönheit der Ornamentik und Farben als Wandbild gegenüber dem Betrachter entfalten und schaffen eine warme Atmosphäre der Geborgenheit.

Textile Wände sind wie unsere Kleidung am Körper die zweite Haut mit der wir unsere ungeschützte intime Nacktheit verbergen und uns nach außen darstellen. Gleichzeitig hat unsere Bekleidung auch die Funktion des Wärmens. Die Urhütte in der Architektur ist das Zelt aus Tierfellen, dass uns Schutz bietet. Eine Wand als stoffliche Hülle von der sich unser heutiger Begriff des Gewand ableitet.

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Die von der Decke abgehängten Teppiche erschaffen einen `Raum der Mitte`.
Am Boden liegende, kleinere Teppiche in unterschiedlichen Größen und Formaten erzeugen Plätze, die zum Verweilen einladen.


Die offene Hängung der Teppiche erzeugt Nischen, Erker und Räume, die an den Raum der Mitte angrenzen und gleichzeitig den Bezug zum Außenraum herstellen.
Im Raum der Mitte als `Raum der Gemeinschaft` kann gleichzeitig verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen werden. Gemeinschaftliches Wohnen wird dabei als aktiver Prozess, der flexibel und kreativ gestaltet werden kann, angesehen.
Wohnen ist kein Akt des Abgegrenzt seins, sondern des Verbunden seins mit der Welt.


Man freut sich mit Menschen im Raum der Mitte zu sein und zu kommunizieren. Die Außenhaut der Raumschale ist mit Fotografien behängt.

Elias Franziskus Grüners Fotografien spiegeln den Blick des jungen Künstlers auf die gebauten Räume inmitten ihres grünen, geradezu paradiesischen Umraums wider. Beim Betrachten der Bilder ist aus unterschiedlichsten Blickwinkeln die sensible Beziehung zwischen Mensch und Natur spürbar.

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